Segeltörntagebuch vom 29. Mai - 04. Juni 2010

 

SAMSTAG, 29.05.2010 von Leonie und Jillian

 

Wir sind von Birkenwerder nach Ueckermünde mit dem Bus gereist. Wir wurden freundlich von unserem Kapitän Horst Golatz und dem Steuermann Jürgen Schossow empfangen und erhielten eine Sicherheitseinweisung, Dann legten wir schon ab.

 

Der erste Segeltag war spannend, aufregend und alles war neu. Um sechs kamen wir in Karnin an und aßen Chilli con carne. Danach erkundeten wir den Ort, spielten auf dem Spielplatz und fielen todmüde  aber glücklich ins Bett.

Jeder musste täglich einen Dienst übernehmen, das waren: Kombüse*, Abwasch, Logbuch führen und Tierbeobachtungen mit Listenführung. *Kombüse ist die Küche auf einem Schiff. Das Wort geht auf das

mittelniederländisch Kabuyse oder Kabuys zurück und Findet sich im 15. Jahrhundert im als Kabuse (siehe auch Kabuff) -  bedeutete es so viel wie Verschlag als Küchenraum an Bord.

 

SONNTAG, 30.05.2010 Philipp und Julius

 

Morgens mussten wir um 9 Uhr losfahren, um 9.40 Uhr den Brückenzug* von der Zecheriner Brücke zu kriegen. *Eine Bewegliche Brücke (Klapp- oder Drehbrücke) öffnet nur zu bestimmten Zeiten, damit die Schiffe durchfahren können.

An der Brücke angekommen, mussten wir 15-20 Minuten warten. Nach dem Passieren der Brücke haben gelangweilte Crewmitglieder das Deck geschrubbt. Dann gab es eine Stärkung in Form von Äpfeln und Süßkram. Um 13.20 Uhr haben wir im Hafen Wolgast angelegt, weil wir drei Stunden auf den Brückenzug warten mussten.

Nachdem die Wartezeit um war und wir den Ort erkundet hatten, passierten wir auch diese Brücke. Dann segelten wir in Richtung Krösliner Hafen und kurz bevor wir anlegten, hat es angefangen wie aus Kannen zu regnen. Kurz danach sind wir mit dem Schwert im Sand stecken geblieben... Nachdem wir und wieder frei gemacht haben, konnten wir anlegen. Im Regen haben wir das Schiff klar gemacht und Abendbrot vorbereitet. Quark mit Kartoffeln oder Sahnehering mit Kartoffeln.

 

Am Abend spielten wir ein Spiel: Dinge, die mit der Greif zu tun haben. Wenn jemand etwas sagt, was schon genannt wurde, musste ein Pfand abgegeben werden. Das Auslösen des Pfands zog Aufgaben nach sich. Zum Beispiel:

·Leonie sagt allen Gute Nacht.

·Niklas verbreitet am nächsten Tag gute Laune.

·Fabian muss morgen 5x Ich liebe Segeln! rufen. ...

 

MONTAG,31.05.2010Fabian und Niklas

 

Schon zu früher Stunde verdunkelte sich der Himmel. Gegen Mittag fuhren wir aus Kröslin ab. Ein kalter Sturm fegte über den Greifswalder Bodden. Nach kurzer Zeit erreichte der Wind eine Stärke von 8-9 Windstärken. Der Wind zwang die jüngeren Besatzungsmitglieder nach unten. Ab 14 Uhr setzten wir den Klüver*. Der Wind donnerte mit aller Kraft auf das Segel und trieb uns voran.

 

*Der Klüver, von niederländisch „kluif“ = Klaue, ist ein dreieckig geschnittenes Segel, das am Klüverbaum vor dem Bug, gefahren wird.

Nach einigen Stunden gingen auch einige ältere Besatzungsmitglieder rein. Ab 18 Uhr mäßigte sich das Wetter ein bisschen, trotzdem kämpfte die Greif gegen mindestens 7 Windstärken. Nach weiteren zwei Stunden legten wir in Stralsund an. Nach einem waghalsigen Anlegemanöver kam die See etwas zur Ruhe. Wir hatten die wild herumpeitschende See fürs erste bezwungen, doch der Regen kam weiterhin wie Pfeilsalven auf das Schiff geschossen. Die erschöpfte Crew legte sich früh hin.

 

DIENSTAG01.06.2010 von Michael und Julius

 

Heute sind wir spät aufgestanden. Dann haben wir gefrühstückt und besprochen, was wir heute machen. Wir haben uns entschlossen ins OZEANEUM zu gehen. Zum Mittagessen gab es DREI Gerichte: Nudeln mit Tomatensoße; Milchreis mit Zimt, Apfelmus und Kirschen oder Kartoffeln mit Quark. Nach dem Essen waren einige auf dem Museumsschiff „Gorch Fock“*, einige blieben an Bord oder waren in der Stadt. Zum Abendbrot gab es Wiener Würstchen, Brot, Salat u.ä. also kalte Küche.

 

* Die Gorch Fock ist ein Segelschulschiff, das 1933 gebaut und nach dem Schriftsteller Gorch Fock benannt wurde. Es fuhr zwischenzeitlich unter dem Namen SSS Tovarishch (Towarischtsch) und liegt jetzt in Stralsund. Weitgehend baugleich ist das 1958 gebaute gleichnamige Segelschulschiff der Deutschen Marine Gorch Fock. Unterschieden werden beide Schiffe durch den Zusatz 1 oder 2 oder die Nennung des Baujahres.

Nach dem Essen waren die Erwachsenen in der Stadt und die Jungen haben sich an Bord beschäftigt.

 

MITTWOCH02.06.2010 von Fabian und Phil

 

·Durch den Strelasund über den Greifswalder Bodden nach Lauterbach

·Wetter war gut

·Essen: gebratener Frischfisch

 

DONNERSTAG03.06.2010 von Gabor und Niklas

 

Heute sind wir früh aufgestanden, denn Julius hatte Geburtstag. Er bekam von uns ein

„Happy birthday“, eine kleine Torte mit Kerzen. Anschließend legten wir bei strahlendem Sonnenschein ab und segelten an Usedom entlang nach Swinemünde. Die Fahrt dauerte 10 Stunden und die Crew war fröhlich unterwegs.

An Deck gab es viel zu tun und ich, Gabor, ging 6 Stunden lang Ruder, d.h. ich steuerte das Schiff. Als wir endlich die Hafeneinfahrt von Swinemünde erreichten, sagte der Kapitän: „Alles klar zur Wende!“ Jetzt holten wir die Segel von steuerbord (rechts) nach backbord (links). Das war ein absolut heikles Manöver, da die Wellen trotz Sonnenschein sehr hoch waren. Außerdem fuhr eine riesen Fähre ganz in unserer Nähe und wir mussten ihren weg kreuzen. Sofort nach dem Manöver kam das Kommando: „Segel bergen!“. Das bedeutet: wir mussten sofort alle Segel runter holen. Zwei Manöver in so kurzer Zeit und dann bei heftigem Wellengang, aber die Crew hat super funktioniert.

Danach fuhren wir in den Hafen von Swinemünde - eine alte polnische Hafenstadt. Da dies unser letzter gemeinsamer Abend war, gab es ein leckeres Barbecue im abendlichen Sonnenlicht.

 

FREITAG,04.06.2010 von Fabian

 

Heute brachen wir um 9 Uhr in Richtung Ueckermünde auf. Ein strahlendes Sonnenlicht begrüßte uns. Da der Wind gegen uns stand, d.h. direkt von vorn kam, mussten wir lange Zeit unter Motor fahren. Aber es hatte sich herumgesprochen, dass heute vielleicht der Blister* gesetzt wird.

*Der Blister ist ein riesiges Vorsegel, das mehr Segelfläche hat, als alle Segel zusammen. Ein Blister wird nur bei geringen Windstärken gesetzt.

Dieser Blister, den wir nun gleich setzten werden, ist nagelneu und wird nun erstmalig enthüllt.

Obwohl es fast windstill war, kamen wir nun mit 5 Knoten voran. Im Nu waren wir in Ueckermünde und der Törn ist vorbei.

Sachen ausräumen - Schiff klar machen - Rückfahrt.