Zur Segeleinführung ist es bitterkalt. Bitterkalt für Ende April. Zwar scheint die Sonne den ganzen Tag, doch die Temperaturen wollen nicht auf Temperatur kommen. So freffen sich alle Crewmitglieder mit deutlich viel zu sommerlichen Sachen in Ueckermünde am ZURUM.

Die Stimmung ist jedoch gut. Die Neugier auf neue Erfahrungen ist groß. Wir wohnen im blauen Haus und sind eigentlich die einzige Jugendgruppe vor Ort. Auch im ZERUM wird deutlich, dass die Saison noch so richtig in Gang gekommen ist.

Um 12.00 Uhr gibt es erstmal Mittag mit anschließender Crewbesprechung und einem  Ausblick auf die Aktivitäten des Wochenendes.

Johann, unser Betreuer vor Ort legt auch gleich los und führt uns in zwei gruppendynamische Spiele ein. Hier stehen Teamfähigkeit und das Gleichgewicht der Gruppe auf dem Plan.

"Schokofluß" ist anfänglich kompliziert. Auf schmalen Bretter balancierend müssen alle Crewmitglieder ohne den Kontakt zu den Brettern zu verlieren einen imaginären Fluss überqueren. Dabei können Bretter verloren gehen, sobald man den Fuß von ihnen nimmt. Je weniger Bretter vorhanden sind, desto schwieriger war die Aufgabe. Doch als Team eine durchaus machbare, aber anspruchsvolle Aufgabe.

Die Großwippe, ist da schon einfacher. Irgendwie haben wir es recht schnell raus uns auf dem Gerät zu bewegen und im Gleichgewicht zu halten. Vielleicht auch ein Ausdruck einer schnell gefundenen Teamfahigkeit?

Zur Gruppe stießen plötzlich zwei neue Leute. Holger und David. Sie werden Schiffsführer und Steuermann auf der "Greif von Ueckermünde" sein und uns an diesem Wochende begleiten. Sie werden am Sonnabend die Themen Wetter und Knotenkunde als Dozenten übernehmen.

Am späten Nachmittag besteigen wir erstmals die Segleschiffe zur Besichtigung. Zur Überraschung aller sind beide Schiffe jedoch noch gar nicht fahrbereit. An allen Ecken und die Ende wird noch gestrichen, montiert und gewerkelt. Ob die wohl fertig werden bis Anfang Mai?

Mit dem Floss fahren wir in den Hafen von Ueckermünde zu "Wappern". Auch hier streichen die Skipper noch das Oberdeck und Teile des Rumpfes. Daniela und Stephan begrüßen uns und die Rollifahrer werden kurzerhand schon mal in die Nutzung der Lifte eingeführt. Spannend ist es allemal und schon auf dem Rückweg wird heiß diskutiert, wer auf welchem Schiff fahren wird.

Nach dem Abendessen wieder Teamsitzung und Ausrüstungskontrolle. Wetterfeste Sachen, Gummistiefen sowie Ausweise und Impfungen werden durch die Lehrer gecheckt und Nacharbeiten werden aufgetragen. Das Videotagebuch als Dokument für die Segeltour wird eingeführt und leider mit wenig Erfolg erstmals ausprobiert.

Der Samstag vergeht in zwei Gruppen. Wetter und Knoten. Wir tun uns schwer die Namen der Knote zu verstehen und sollen sie dann auch noch binden. Da ist der eine oder andere schon noch verwirrt. Holger und David bringen ihr professionelles Wissen zum Wetter an und lassen uns bei schönstem Sonnenschein Wolken und Wind beobachten.

Nach dem Mittag verkünden die Lehrer die Besatzungen der Schiffe. Diese werden mit Blick auf die Manpower zusammengestellt. Da Schüler mit Handicap bei Arbeiten an Bord der "Wappen" Unterstütung benötigen, werden ihnen kräftige Männer an die Seite gestellt. Die Besatzung der "Greif" hat daher einen Frauenüberschuss.

Die Rückreise erfolgt mit der Deutschen Bahn direkt ab Ueckermünde Hafen und Endet um 17.32 Uhr in Berlin Gesundbrunnen.

Wir sind gut vorbereitet und gespannt auf unsere Segeltour 2012.